Netto-Hotelpreise und die zusätzliche Vermittlungsgebühr

Die Anga­be von Net­to-Hotel­prei­sen in einem Inter­net­por­tal ohne Hin­weis auf eine zusätz­lich anfal­len­de Ver­mitt­lungs­ge­bühr ist wett­be­werbs­wid­rig. Es stellt eine irre­füh­ren­de Wer­bung dar, wenn auf einer Inter­net­sei­te, über die Hotelüber­nach­tun­gen ver­mit­telt wer­den, nicht schon im ers­ten Buchungs­schritt klar aus­ge­wie­sen ist, dass zu dem dort ange­ge­be­nen Über­nach­tungs­preis noch Ver­mitt­lungs­ge­büh­ren des Web­sei­ten­be­trei­bers hin­zu­kom­men. Mit die­ser Begrün­dung hat das Land­ge­richt Ber­lin jetzt den Betrei­ber einer Web­site ver­ur­teilt, Wer­bung mit „Net­to-Prei­sen“ für Hotel­zim­mer zu unter­las­sen.

Netto-Hotelpreise und die zusätzliche Vermittlungsgebühr

Die erst bei spä­te­ren Buchungs­schrit­ten ein­ge­blen­de­ten Hin­wei­se auf die Ver­mitt­lungs­ge­bühr kämen zu spät, urteil­te das Land­ge­richt. Das Gesetz wol­le bereits ver­hin­dern, dass ein Ver­brau­cher sich auf­grund einer irre­füh­ren­den Anga­be mit dem Ange­bot über­haupt beschäf­ti­ge, auch wenn er sei­nen Irr­tum im wei­te­ren Ver­lauf erken­nen kön­ne. Dar­über hin­aus ver­sto­ße auch eine Ange­bots­ge­stal­tung gegen preis­recht­li­che Vor­schrif­ten, bei der mit einem unzu­rei­chend gestal­te­ten Stern­chen­sym­bol auf die Mög­lich­keit zusätz­li­chen Kos­ten hin­ge­wie­sen wer­de.

Land­ge­richt Ber­lin, Urteil vom 22. Febru­ar 2011 — 15 O 27610