Anzahlungen bei Pauschalreisen

Ein Rei­se­ver­an­stal­ter kann nach einem Urteil des Ober­lan­des­ge­richts Köln in sei­nen All­ge­mei­nen Geschäfts­be­din­gun­gen bestim­men, dass mit Erhalt der schrift­li­chen Rei­se­be­stä­ti­gung und der Aus­hän­di­gung des Siche­rungs­schei­nes 20 % des Rei­se­prei­ses als Anzah­lung fäl­lig wer­den.

Anzahlungen bei Pauschalreisen

Die Beson­der­hei­ten des Rei­se­ver­trags als eines Mas­sen­ge­schäfts, ins­be­son­de­re der teil­wei­se erheb­li­che Zeit­ab­stand zwi­schen Buchung und Rei­se­an­tritt sowie die vom Rei­se­ver­an­stal­ter sei­ner­seits zu erbrin­gen­den Vor­leis­tun­gen gegen­über den ein­zel­nen Leis­tungs­trä­gern, recht­fer­ti­gen nach Ansicht des OLG Köln eine ange­mes­se­ne Vor­aus­zah­lung auf den Rei­se­preis zur Absi­che­rung des Ver­an­stal­ters.
Zwar hat der Bun­des­ge­richts­hof zu einer frü­he­ren Rechts­la­ge eine höhe­re Anzah­lung als 10 % des Rei­se­prei­ses nur für ver­tret­bar erach­tet habe, soweit dem Kun­den hin­rei­chen­de Sicher­hei­ten
gege­ben wür­den, die­sen Beden­ken sei jedoch durch die 1997 neu in das Bür­ger­li­che Gesetz­buch ein­ge­füg­te Ver­pflich­tung der Rei­se­ver­an­stal­ter Rech­nung getra­gen wor­den, wonach der Ver­an­stal­ter Vor­aus­zah­lun­gen auf den Rei­se­preis nur dann for­dern darf, wenn dem Rei­sen­den zuvor ein soge­nann­ter Siche­rungs­schein über­ge­ben wor­den sei. Hier­durch wer­de dem Kun­den ins­be­son­de­re das Risi­ko einer spä­te­ren Insol­venz des Rei­se­ver­an­stal­ters genom­men.

Die Ent­schei­dung ist noch nicht rechts­kräf­tig, das OLG Köln hat wegen der grund­sätz­li­chen Bedeu­tung
der Sache die Revi­si­on zum Bun­des­ge­richts­hof zuge­las­sen.

OLG Köln, Urteil vom 11.04.2005 – 16 U 1205