Reisepreis-Minderung wegen Beinahe-Absturz

Der Bun­des­ge­richts­hof muss­te sich jetzt zur Bemes­sung der Min­de­rung des Rei­se­prei­ses wegen eines Bei­na­he-Abstur­zes auf dem Rück­flug von einer ansons­ten man­gel­frei durch­ge­führ­ten Rei­se äußern.

Reisepreis-Minderung wegen Beinahe-Absturz

Der Klä­ger in dem vom BGH ent­schie­de­nen Fall hat von dem beklag­ten Rei­se­ver­an­stal­ter u. a. die Rück­zah­lung des Rei­se­prei­ses für eine Flug­rei­se in die Tür­kei ver­langt. Wäh­rend er für die Rei­se im Übri­gen kei­ne Män­gel behaup­tet hat, hat er vor­ge­tra­gen, dass es auf dem Rück­flug von Anta­lya nach Köln/Bonn zu einem Bei­na­he-Absturz gekom­men sei, bei dem er und sei­ne Ehe­frau Todes­angst aus­ge­stan­den hät­ten. Die Rei­se sei des­halb ohne Erho­lungs­wert gewe­sen. Er hat des­halb u. a. die Rück­zah­lung des gesam­ten Rei­se­prei­ses ver­langt. In den Vor­in­stan­zen hat­te die Kla­ge nur inso­weit Erfolg, als das Rei­se­un­ter­neh­men einen Betrag von 280 EUR aner­kannt hat. Auf die Revi­si­on des Klä­gers hat der Bun­des­ge­richts­hof das Beru­fungs­ur­teil auf­ge­ho­ben, soweit die Kla­ge wegen der Min­de­rung des rest­li­chen Rei­se­prei­ses abge­wie­sen wor­den ist, und inso­weit den Rechts­streit an das Beru­fungs­ge­richt zurück­ver­wie­sen. Er hat dazu aus­ge­führt, dass bei beson­de­rer Schwe­re ein Ereig­nis, das zu einem Man­gel führt, eine Min­de­rung recht­fer­ti­gen kann, die nicht auf den antei­li­gen Rei­se­preis für die Dau­er des Ereig­nis­ses beschränkt ist. Ob dies der Fall ist, muss auf Grund einer wer­ten­den Betrach­tung im Ein­zel­fall ent­schie­den wer­den. Die­se wird das Beru­fungs­ge­richt nun­mehr nach­zu­ho­len haben.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 15. Juli 2008 — X ZR 9307