Flugpassagier-Rechte in der EU

Sie sind bereit für die Abreise und haben das Ticket griffbereit für den Check-in, aber der Flug ist überbucht. Oder schlimmer: Es ist mitten in der Nacht und Sie bekommen keinen Anschlussflug …

Flugpassagier-Rechte in der EU

Aus Anlass der Urlaubssaison werfen wir einen Blick auf die Gesetzgebung der EU in den letzten Jahren, mit der die Recht der Flugpassagiere, insbesondere von Behinderten, gestärkt wurden und die Sicherheit im Flugverkehr verbessert wird.

„Fliegende Särge“ bleiben am Boden

Die EU hat sich 2005 darauf verständigt, eine EU-weit gültige Schwarzen Liste unsicherer Fluggesellschaften aufzustellen, denen in der gesamten EU Landeverbot erteilt wird. Auf dieser Liste stehen solche Fluggesellschaften, der Flugzeuge öfters durch Unfälle oder bei technischen Kontrollen aufgefallen sind.

Die Liste wird regelmäßig von der EU-Kommission aktualisiert, zuletzt im April 2009. Da die aufgeführten Linien allerdings nur innerhalb der EU Flugverbot haben, lohnt sich ein Blick auf die Liste insbesondere bei Reisen zu ungewöhnlichen Zielen außerhalb Europas.


Mobilität für alle

Die Europäische Union hat im Dezember 2005 zur Stärkung der Rechte von Reisenden mit Behinderungen Vorschriften verabschiedet, die behinderte Menschen und Personen eingeschränkter Mobilität vor Diskriminierung schützen und sicherstellen sollen, dass sie Hilfe erhalten. Diese Regelungen sind seit Juli 2008 in Kraft. Fluggesellschaften ist es nunmehr unter anderem. untersagt, Reisenden die Beförderungen mit einem Flugzeug aufgrund einer Behinderung zu verweigern und in Fällen, in denen der Transport unmöglich ist, muss eine akzeptable Alternative angeboten werden.

Rechte als Flugpassagier

Flugreisende haben auch verbesserte Rechte bei Verspätungen, Unfällen und Gepäckverlust und wenn die Airline einen Flug streicht oder die Mitnahme eines Passagiers (zum Beispiel wegen Überbuchung) verweigert. Fluggesellschaften sind zur Verpflegung und Unterbringung oder finanziellen Entschädigung verpflichtet.

Wer die gebuchte Flugreise wegen Überbuchung oder Annullierung des Flugs nicht antreten kann, hat Anspruch auf eine Entschädigung von 125 bis 600 Euro (je nach Entfernung und damit verbundene Verspätung).

Falls entsprechende Rechte verweigert werden, sollte man bei der Fluglinie umgehend Beschwerde einlegen sowie die zuständige Behörde informieren, die für die Durchsetzung der Fluggastrechte verantwortlich ist, in Deutschland ist dies das Luftfahrtbundesamt.


Preistransparenz

In Zukunft sollen Reisende auch besser vor unfairen Praktiken bei der Preisgestaltung geschützt werden. Einige Billigfluglinien verschleierten in sog. Lockvogelangeboten den tatsächlichen Preis von Flugreisen, weil Angaben über Flughafensteuern, Buchungs- und Kreditkartengebühren sowie über Treibstoff- und Gepäckzuschläge fehlten. Derartige Praktiken soll nunmehr eine im Juli 2008 verabschiedete Verordnung unterbinden, die im November in Kraft getreten ist.