22 Stunden Flugverspätung

Kann das für den Rück­flug vor­ge­se­hen Flug­zeug wet­ter­be­dingt nicht lan­den, son­dern muss auf einen ande­ren Flug­platz aus­wei­chen, wodurch es zu einer Ver­spä­tung des Rück­flu­ges kommt, hat auf­grund die­ser außer­ge­wöhn­li­chen Umstän­de das Flug­rei­se­un­ter­neh­men die Flug­ver­spä­tung nicht zu ver­tre­ten und damit auch kei­ne Ein­stands­pflicht.

22 Stunden Flugverspätung

Mit die­ser Begrün­dung hat das Amts­ge­richt Han­no­ver in dem hier vor­lie­gen­den Fall die Kla­ge eines Ehe­paa­res auf Ent­schä­di­gung zurück­ge­wie­sen. Die Klä­ger woll­ten am 3. März 2013 mit der Beklag­ten, einem han­no­ver­schen Flug­rei­se­un­ter­neh­men, von Lan­za­ro­te nach Stutt­gart flie­gen, es kam zu einer 22-stün­di­gen Ver­spä­tung. Das für den Rück­flug vor­ge­se­hen Flug­zeug konn­te wet­ter­be­dingt nicht um 10:55 Uhr in Are­ci­fe lan­den, son­dern muss­te nach Fuer­te­ven­tu­ra aus­wei­chen. Der Pilot brach die Lan­dung nach drei Ver­su­chen, wegen extrem star­ker Win­de und Böen, ab. Wegen die­ser Flug­rei­se­ver­spä­tung ver­klag­te das Ehe­paar das Reie­un­ter­neh­men auf eine Ent­schä­di­gung von 800,00 Euro.

Zur Begrün­dung sei­nes Urteils hat das Amts­ge­richt Han­no­ver sich auf ein ein­ge­hol­tes Gut­ach­ten zur Wet­ter­la­ge bezo­gen und fest­ge­stellt, dass „der ver­ant­wort­li­che Pilot die ein­zig ver­nünf­ti­ge und gebo­te­ne Ent­schei­dung auf­grund der vor­ge­fun­de­nen Wet­ter­ver­hält­nis­se beim Lan­de­an­flug getrof­fen hat, näm­lich die Lan­de­ver­su­che abzu­bre­chen.“ Auf­grund des zu star­ken Rücken­winds waren die flug­zeug­be­ding­ten Betriebs­gren­zen des Flug­zeugs über­schrit­ten.

Auf­grund die­ser außer­ge­wöhn­li­chen Umstän­de hat die Beklag­te die Flug­ver­spä­tung nicht zu ver­tre­ten und damit auch kei­ne Ein­stands­pflicht.

Amts­ge­richt Han­no­ver, Urteil vom 3. Juni 2014 —  408 C 949913